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Ehrenmorde bis 2000

Hers K.

geboren: 1971
erstochen: Juli 1995
Wohnort: Hannover
Herkunft: Irak / Kurden / Jesiden
Kinder: unklar, vermutlich keine
Täter: Hassan, Ibrahim, Alaadin (zur Tat 36, 39, 42 J.)

1994 kommt Hers als 23jähriger Asylbewerber aus dem Irak nach Deutschland. Seine 17jährige Schwester soll 1995 als Zweitfrau an den irakischen Jesiden Hassan in Hannover verheiratet werden.

Also holt ihr Bruder sie aus dem Irak als Importbraut nach Hannover. Dort stellt man fest, dass Hassan bereits eine andere Zweitfrau hat. Darüber kommt es zum Familienstreit. Hers will nicht zulassen, dass seine Schwester Drittfrau wird.  Daraufhin wird er von 3 Tätern erstochen: Hassan, dessen Bruder Ibrahim und ein Mann namens Alaadin. Die Leiche wird gefesselt in einem Plastiksack im Wald bei Burgwedel-Fuhrberg vergraben. Erst im Herbst des darauffolgenden Jahres wird die Leiche von Pilzsammlern entdeckt.

Die Sendung Aktenzeichen XY ungelöst berichtet über den Fall. Die Täter werden festgenommen.

Ein Freund des Opfers war damals gezwungen worden, die Tat mit anzusehen. Beim Prozess soll er 1997 als Zeuge vor Gericht aussagen. Er kommt ins Zeugenschutzprogramm,  setzt sich aber nach Syrien ab, vermutlich auf Druck der Familie. Der Prozess platzt.

Später wird der Zeuge in Syrien vernommen. Eine schriftliche Aussage liegt vor. Dann sollen die Eltern der jungen Irakerin in der Türkei vernommen werden, was die türkischen Behörden aber verhindern. So platzt auch der 2. Prozessversuch 2009.

Im Februar 2017 beginnt der Prozess erneut vor dem Landgericht Hannover. Von den 3 Tätern lebt nur noch Hassan K., der einen deutschen Pass hat und inzwischen verrentet ist. Die Schwester des Opfers, also die Frau, die damals verheiratet werden sollte, befindet sich im Zeugenschutzprogramm. Der inzwischen 59jährige Angeklagte verweigert die Aussage.

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