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Ehrenmorde 2013

Fabian S.

geboren: 1994
Mordversuch: 14. Juni 2013
Wohnort: Horn (NRW)
Herkunft: Opfer: Deutschland; Täter: Türkei
Kinder: keine
Täter: die Eltern seiner Exfreundin, Beyaz und Ali G. (beide zur Tat 37 J.)

Fabian ist nicht tot. Der Fall ist in diesem Archiv wegen seiner ungewöhnlichen Konstellation.

Seit 2011 ist der 19jährige Fabian mit der 16jährigen Ayse liiert. Ihre Eltern billigen die Beziehung nicht. Sie erstatten sogar Anzeige, um die Beziehung zu beenden. Schließlich geht sie auch auseinander (möglicherweise dadurch, dass Ayse in die Türkei gebracht wird). Trotzdem gibt es weiter Streit zwischen Fabian und den Eltern, die beide einen deutschen Pass besitzen. Der Vater ist Installateur.

Ein gemeinsamer Bekannter will in der Sache vermitteln. Man trifft sich am Bahnhof Horn im Kreis Lippe. Ayses Vater Ali und ihre Mutter Beyaz schlagen und stechen auf Fabian ein. Das Opfer verliert viel Blut, schwebt einige Tage in Lebensgefahr, überlebt aber.

Der Vater stellt sich noch am Tatort der Polizei, die Ehefrau flieht zunächst, wird aber später festgenommen.

Die Staatsanwaltschaft ermittelt wegen versuchten Mordes. Beide Täter sitzen in Untersuchungshaft und schweigen. Sie haben 2 weitere Töchter (2,10 J.) und einen Sohn (15 J.), die nach der Tat wohl von Verwandten betreut werden.

Fabian absolvierte eine Ausbildung zum Dachdecker, die er wegen der Verletzungen abbrechen muss. Die Attacke überlebt er dank einer zufällig anwesenden Ärztin.

Es heißt auch, das Mädchen sei bereits früher von den Eltern geschlagen und auf ihren Wunsch hin vom Jugendamt untergebracht worden. Einige Verwandte spielen ebenfalls eine Rolle, so zum Beispiel der Fluchthelfer der Täterin, die entfernten Verwandten, bei denen sie festgenommen wird, ein Onkel, der später der Presse sagt, es hätte alles auf keinen Fall damit zu tun, dass Fabian ein Deutscher ist. Und eine Tante, bei der das Mädchen in der Türkei wohnt.

Im Dezember 2013 beginnt der Prozess um versuchten Totschlag vor dem Landgericht Detmold. Der Vater wird zu 6 Jahren und 6 Monaten Haft verurteilt, die Mutter zu 4 Jahren. Beide Seiten gehen in Revision. Im Januar 2015 wird neu verhandelt. Ein Drohbrief gegen den Anwalt des Opfers taucht auf. Der Vater muss sich inzwischen auch wegen eienr Gefängnisschlägerei verantworten. In der Neuverhandlung werden die Strafen bestätigt.

Ayse ist nicht der richtige Name des Mädchens. Inzwischen hat man sie in die Türkei geschafft.

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