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Ehrenmorde 2004

Aylin

geboren: 1975
erstochen: 22. März 2004
Wohnort: Augsburg
Herkunft: Türkei
Kinder: eine 7jährige Tochter aus erster Ehe
Täter: ihr Mann Ali Göbelek, zur Tat 37 J.

Im April 2003 heiraten Alyin und Ali. Die beiden sind Cousine und Cousin, daher ist eine Zwangsheirat oder arrangierte Ehe wahrscheinlich. Durch die Heirat bekommt Ali die Möglichkeit, nach Deutschland zu kommen. Er ist ein Importbräutigam. Allerdings lernt er kein Deutsch und arbeitet nur gelegentlich. Seine Frau dagegen ist gut integriert. Ende 2003 trennt man sich.

Im März 2004 zieht Ali wieder zu seiner Frau in das Augsburger Reihenhaus. Am Tag vor der Tat noch droht er, sie umzubringen, sollte sie ihn wieder verlassen.

Seine Drohung macht er wahr: Als seine Frau sich am 22. März weigert, ihm beim Öffnen des Familientresors zu helfen, zwingt er sie, sich bei ihrem Arbeitgeber telefonisch krank zu melden.

Dann ersticht er sie. Er bricht den Tresor auf und entwendet 7.000 Euro, die vermutlich seiner Schwiegermutter gehören (und möglicherweise ihren Schmuck).

Ali tötet auch Ela, die siebenjährige Tochter seiner Frau aus erster Ehe, seinen Schwager Aykin (25), seine Schwiegermutter Melahat (53) und einen anwesenden tschechischen Bekannten der Familie. Alle werden im Schlaf von ihm erstochen.

Die Leichen der türkischen Familie werden einige Tage später in die Türkei überführt und in ihrer Heimatstadt Adana beerdigt.

Auch der fünffache Mörder flieht nach Adana. Dort wird er nach einem Schusswechsel mit der Polizei festgenommen. Zunächst behauptet er, er hätte zwei Skinheads ermordet, die zuvor seine Familie ausgelöscht hätten. Die Polizei glaubt ihm nicht. Ali nimmt sich im Juni 2004 in der Untersuchungshaft das Leben. Eine Auslieferung nach Deutschland war nicht geplant.

Links

www.stern.de
www.welt.de

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