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Ehrenmorde 2005

Katja Arbia und Marcus

geboren: 1973, 1982
erschossen: 31. Dezember 2005
Wohnort: Letmathe/Iserlohn
Herkunft: Opfer: Deutschland, mutmaßlicher Täter: Türkei
Kinder: zwei (zur Tat 2 und 11 J.)
Täter: ihr Ex-Freund (30 J.) und seine zwei Brüder (38 u. 43 J.). Der mittlere Bruder Mehmet wird als Schütze verdächtigt.

Im August 2005 trennt sich Katja von ihrem Freund, mit dem sie fünf Jahre zusammen gelebt hat. Der Verlassene schikaniert sie daraufhin monatelang und droht damit, sie umzubringen. Das Paar hat einen gemeinsamen Sohn und Katja hat ein weiteres Kind aus einer früheren Beziehung.

Im Dezember 2005 feiern Katja, ihr neuer Freund Marcus (23 J.) und ein Cousin (19 J.) Silvester. Während der Feier gehen sie zusammen auf die Straße. Aus dem Halbdunkel kommt der Täter, beleidigt Katja und schießt aus nächster Nähe in die Köpfe der drei. Anja und ihr Freund sterben, der Cousin kommt mit einer schweren Kopfverletzung davon. Er schafft es noch, die Polizei zu rufen, kann den Täter aber später nicht identifizieren.

Die drei Brüder Orhan, Necip und Mehmet Sarischan werden an einer Imbissbude in der Nähe des Tatorts festgenommen. Sie haben Alibis, und man lässt sie wieder frei. Erst Anfang April wird der mittlere Bruder erneut festgenommen. Schmauchspuren sollen seine Schuld beweisen. Er verweigert die Aussage. Es heißt aber, dass es schon mehrfach zu Straftaten zwischen den Familien gekommen ist.

Am 10. November 2006 wird der mutmaßliche Täter vom Hagener Schwurgericht aus Mangel an Beweisen freigesprochen. Der Richter betont, es gäbe keine ausreichende Gewissheit, spricht aber von einer Grauzone. Die Anwältin der als Nebenkläger auftretenden Eltern der Getöteten kündigen an, in Revision zu gehen.

Der weiterhin verdächtige Exfreund versucht daraufhin, das Sorgerecht für den gemeinsamen damals zweijährigen Sohn zu bekommen. Im Januar 2008 verweigert ihm das Bundesverfassungsgericht in Karlsruhe sein Anliegen endgültig: Das Kind habe den Mord damals indirekt miterlebt und sei dadurch traumatisiert. Dem Vater fehle jegliches Gespür und Verständnis für diese Traumatisierung, sodass er dem Kind sicher nicht die nötige einfühlsame Erziehung bieten könne. Das Kind lebt weiterhin in einem Heim.

Außerdem gibt es im Januar 2008 noch eine neue Version des Verbrechens: Die drei Brüder sollen den deutsch-türkischen Betreiber eines Bordells erpresst haben. Dieser habe Kontakte zur russischen Mafia und soll dort auf Geheiß der Brüder den Mord in Auftrag gegeben haben. Vermutlich werden die Ermittlungen wieder aufgenommen.

Links

www.derwesten.de
Die FAZ berichtete über den Fall (leider nicht mehr online).

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