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Ehrenmorde 2011

Ali Ahmed/Mohamad Omar

geboren: 1982
erstochen: 7. Januar 2011
Wohnort: Kiel
Herkunft: Opfer: Irak/Kurde; Täter: Libanon
Kinder: 1 Tochter (zur Tat 3 J.)
Täter: 5 Männer aus dem Libanon (21-45 J.)

Ali ist ein junger Kurde, der 2001 aus dem Irak nach Deutschland kommt. Er ist gelernter Tischler und arbeitet erst als Fahrer, dann als Friseur in Kiel. Im Jahr 2006 heiratet er eine 22jährige Deutsche. Alis bester Freund heiratet ihre Schwester.

Ali und seine Frau bekommen eine Tochter. Im Mai 2008 trennt er sich ohne Angabe von Gründen. Später stellt sich heraus, dass er sich in die Libanesin Yasemin verliebt hat. Diese ist nach islamischem Ritus mit einem anderen Mann verheiratet und hat eine dreijährige Tochter.

Yasemin verlässt ihren Mann und zieht am 31. Dezember 2010 zu Ali. Eine Woche später wird er ermordet.

Denn ihr Exmann betrachtet Yasemin noch als sein Eigentum. Sein Name lautet offiziell Sliman Ganel Kadir, aber man vermutet, dass der Name falsch ist. Er gibt an, aus dem Irak zu stammen, kommt aber wohl aus dem Libanon. Sliman ruft 4 Brüder seiner Exfrau zusammen und ersticht Ali am 7. Januar 2011 in einer Bäckerei im Kieler Problemstadtteil Gaarden. Augenzeugen sprechen von einer regelrechten Hinrichtung, bei der das Opfer in die Knie gezwungen wurde. Ali erliegt im Krankenhaus seinen Verletzungen. 19 Stiche werden gezählt.

Die Tat ist von einer Überwachungskamera in der Bäckerei aufgezeichnet. Ali wird im Irak beigesetzt.

Der Täter wird eine Woche nach der Tat in Stuttgart festgenommen. Drei Brüder stellen sich später der Polizei. Ein vierter wird am Tag darauf in Kiel verhaftet. Der Ermordete hinterlässt eine dreijährige Tochter mit seiner deutschen Frau.

Später stellt sich heraus, dass Ali bereits mehrfach bedroht worden war und deswegen auch bereits einen Anwalt kontaktiert hatte. Seine Anzeige hatte er aber zurückgezogen. Seinen Partnerinnen gegenüber war Ali wohl auch gewalttätig.

Im Juni 2011 erhebt die Staatsanwaltschaft Anklage wegen Mordes gegen alle 5 Täter. Am 6. Oktober beginnt der Prozess. Alis Tochter und ihre Mutter sind Nebenklägerinnen.

Im März 2012 werden die Täter wegen Totschlags zu Haftstrafen zwischen 5 und 14 Jahren verurteilt. Ein Hauptproblem ist, dass Yasemin sich im Prozess auf ihr Aussageverweigerungsrecht beruft und ihre frühere Aussage vor dem Ermittlungsrichter wegen eines Verfahrensfehlers nicht gewertet werden darf.

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