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Ehrenmorde 2011

Rola El-Halabi

geboren: 1985
angeschossen: 1. April 2011
Wohnort: Ulm
Herkunft: Libanon
Kinder: keine
Täter: ihr Stiefvater Hicham/Roy El-Halabi (zur Tat 44 J.)

Rola ist im Libanon geboren, in Deutschland aufgewachsen und hat hier Abitur gemacht. Sie hat einen deutschen Pass und boxt seit sie 9 Jahre alt ist. Ihr Stiefvater Hicham (genannt Roy, ein in Kuwait geborener Golschmied mit deutschem Pass) ist ihr Manager. Das Verhältnis ist wohl gut, so lange es nicht ums Thema Männer geht. Als Rola 20 ist, geht ihr Stiefvater mit einem Schwert auf sie los, weil sie mit einem jungen Mann in England gemailt hat. Die Mutter geht dazwischen.

Im September 2009 erkämpft Rola sich zwei Weltmeistertitel. Im Januar 2011 gibt Hicham an, seine Stieftochter könne aus gesundheitlichen Gründen ihre Titel nicht verteidigen. Daraufhin kündigt Rola ihrem Stiefvater den Vertrag als Manager. Sie zieht von zu Hause aus, um mit einem Mann zusammenzuleben. Am 1. April 2011 möchte sie den IBF-Weltmeistertitel erkämpfen.

Nur Minuten vor ihrem Kampf schießt ihr Stiefvater zwei Sicherheitsleute (34/36 J.) nieder und verschafft sich Zugang zu Rolas Kabine. Der Vater zwingt die Anwesenden (Arzt, Trainer, Physiotherapeut), den Raum zu verlassen. Er schließt sich mit seiner Stieftochter ein und schießt ihr aus drei Metern Entfernung in Hände, Knie und Füße. Danach wird er von Polizisten überwältigt. Die Veranstaltungshalle in Berlin-Karlshorst wird geräumt.

Der Haftbefehl lautet auf Gefährliche Körperverletzung.

Der Prozess beginnt im Herbst 2011. Rola sagt aus, sie hätte sich im Jahr zuvor zum ersten Mal ernsthaft verliebt, und zwar in einen Griechen (Kosta 28 J.), also einen Nicht-Muslim, der bereits verheiratet war. Daraufhin begann der Stiefvater, Schmähtexte im Internet zu verbreiten. Zeugen sagen aus, Hicham habe angekündigt, Rola in den Rollstuhl zu bringen.

Es handelt sich bei dieser Tat nicht um einen Mord aus Ehre, sondern um eine gewollte Vernichtung aus Ehre. Es ist völlig unklar, ob Rola jemals wieder boxen kann.

Im November 2011 wird der Täter zu einer 6jährigen Haftstrafe wegen gefährlicher Körperverletzung verurteilt.

Noch im Krankenhaus verlobt sich Rola mit Kosta, später heiraten sie. Die Sportlerin sitzt 2 Monate im Rollstuhl. Danach eröffnen die beiden ein Cafe in der Ulmer Innenstadt. Rola kellnert. Über ein Jahr nach der Tat fängt sie wieder an zu trainieren. Im Januar 2013 ist sie zurück im Ring, verliert aber knapp. Später publiziert sie ihre Autobiografie Stehaufmädchen. Im August 2013 wird sie erneut Weltmeisterin, diesmal eine Gewichtsklasse höher. Im Mai 2014 kommen weitere Titel hinzu. Im Sommer 2015 kommt ihre Tochter zur Welt. Im November 2016 verkündet sie das Ende ihrer Box-Karriere, auch wegen der Spätfolgen der Schussverletzungen in den Knien. Mit ihrem Mann betreibt sie inzwischen eine Kampfsportschule.

Links

www.welt.de
www.welt.de
www.sueddeutsche.de
www.bild.de
www.wikipedia.org

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