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Ehrenmorde 2015

Hanaa S.

geboren: 1980
ermordet: 21./22. April 2015
Wohnort: Solingen
Herkunft: Irak / Kurden / Jesiden
Kinder: 3 eigene und 3 ihres Mannes
Täter: ihr Mann Salim (zur Tat 41 J.), ihr Schwager (24), ihr Sohn (17)

Hanaa wird mit 15 von ihrem jesidischen Clan im Irak zwangsverheiratet. Später wohnt sie mit ihrem Mann und 3 gemeinsamen Kindern in Düsseldorf. Hanaa versorgt zusätzlich 3 Kinder aus der ersten Ehe ihres Mannes. Es heißt, sie wird gehalten wie eine Sklavin. Neben ihrem prügelnden Mann wird sie kontrolliert vom jesidischen Familienoberhaupt im Irak.

Als sie sich trennt, beginnt ihr Mann, sie zu stalken. Mehrfach lebt sie im Frauenhaus. Auf Anraten der Polizei zieht sie nach Solingen. Die Kinder bleiben in der Familie des Mannes.

Aus ihrer Wohnung wird Hanaa am 21. April 2015 verschleppt, vermutlich in einen Teppich eingerollt.

Zunächst werden 6 Männer und 1 Frau aus dem familiären Umfeld vorübergehend festgenommen.

Im August wird Hanaas 24jähriger Schwager - also der Bruder ihres Exmanns – mit einem internationalen Haftbefehl an einem Flughafen in Kroatien festgenommen und nach Deutschland überstellt. Er ist Kioskbesitzer in Düsseldorf.

Im November wird Hanaas 17jähriger Sohn als zweiter Tatverdächtiger festgenommen. Trotz aufwändiger Suche ist die Leiche noch nicht gefunden. Im Januar 2016 heißt es, der Staatsanwalt werde die Tatverdächtigen auch ohne Leiche anklagen. Im März berichtet die Sendung Aktenzeichen XY ungelöst über den Fall.

Im Juni 2016 beginnt der Prozess vor dem Landgericht Wuppertal gegen 5 Familienangehörige: Hanaas Ehemann, sein ältester Sohn, seine zwei Brüder und seine Schwester. Sie sollen den Mord an Hanaa gemeinschaftlich geplant und begangen haben. Der Sohn trägt im Gerichtssaal ein T-Shirt mit aufgedrucktem Totenkopf.

Im Oktober sagt ein arabischer V-Mann aus. Er habe sich in dem Kiosk rumgetrieben, den die Familie betreibt. In einem Gespräch habe einer den Mord gestanden.

Im Juni 2017, nach 69 Verhandlungstagen, erklärt sich einer der Angeklagten bereit, den Ort zu zeigen, an dem die Leiche verscharrt wurde.

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