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Ehrenmorde 2015

Homa

geboren: 1969
verbrüht: 8. September 2015
Wohnort: Hamburg
Herkunft: Afghanistan
Kinder: 4
Täter: ihr Mann Mohamad (zur Tat 47 J.)

1995 kommen Homa und ihr Mann Mohamad mit 3 Kindern aus Afghanistan als Flüchtlinge nach Deutschland.

Homa arbeitet als Küchenhilfe, ihr Mann Mohamad ist ein arbeitsloser Wachmann. Daher begleitet und kontrolliert er seine Frau auf Schritt und Tritt. Als sie am 8. September 2015 morgens unter der Dusche steht, kommt er ins Badezimmer. Er sagt "Guck mal" und gießt ihr drei Liter heißes Öl ins Gesicht. Als Begründung wird er vor Gericht angeben, er habe sie für andere Männer unansehlich machen wollen. Die Tat erinnert an Säureattentate. Etwa die Hälfte von Homas Hautfläche verbrüht.

Mohamad geht zur Polizei und sagt, er habe seine Frau getötet. Vor Ort sind bereits Rettungssanitäter. Die Beamten bringen das Opfer in eine Spezialklinik. Homa überlebt schwer verletzt. Sie bleibt über 3 Wochen auf der Intensivstation.

Im Februar 2016 beginnt der Prozess wegen versuchten Mordes vor dem Landgericht Hamburg. Mohamad sagt aus, dass er eifersüchtig war und Angst vor der Schande hatte, seine Frau könne jemand anderem gefallen wollen. Einen Deutschkurs habe er ihr verboten. Im April wird Mohamad zu 10 Jahren Haft wegen Mordversuchs und schwerer Körperverletzung verurteilt.

Im November wird das Urteil vom Bundesgerichtshof teilweise aufgehoben. Das Hamburger Landgericht hätte dem Angeklagten die Möglichkeit geben müssen, ohne die Öffentlichkeit auszusagen, so heißt es. So wären möglicherweise strafmildernde Beweggründe ans Licht gekommen. Es geht explizit darum, die Strafzumessung dadurch positiv zu beeinflussen. Möglicherweise wird der Prozess neu aufgerollt. Überlegungen zur Sicherheit der Frau und ihrer Tochter spielen dabei offenbar keine Rolle.

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