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Ehrenmorde 2007

Imre K.

geboren: 1968
fast erstochen: 23. Juli 2007
Wohnort: München
Herkunft: Türkei
Kinder: 4 oder 5 gemeinsame Kinder
Täter: ihr Mann, zur Tat 43 J. und seit fast 30 Jahren in Deutschland

Faruk ist in der Türkei geboren, kommt als Schüler nach Deutschland und arbeitet später als Straßenreiniger in München. 1984 wird er von seiner Familie mit der 16jährigen Imre verheiratet.

Über zwanzig Jahre leben die beiden zusammen und haben 4 oder 5 Kinder. Die Ehe ist, so wird später das Gericht feststellen, zerrüttet. Imre flieht mehrmals ins Frauenhaus, kehrt aber immer wieder nach Hause zurück. Am 23. Juli 2007 beantragt sie erneut einen Platz für sich und ihre jüngste Tochter, die damals 9 Jahre alt ist.

Weil Faruk sie daran hindern will, sich zu trennen, sticht er seiner Frau ein 20 Zentimeter langes Küchenmesser in den Bauch. Erst als seine Tochter von den Schreien alarmiert ins Badezimmer kommt, lässt er von ihr ab und flüchtet zu Nachbarn. Am Tag darauf stellt er sich der Polizei.

In anderen Berichten heißt es, Imre wäre bereits im Frauenhaus gewesen und hätte an dem Abend ihre jüngste Tochter holen wollen. Dann hätte es Streit gegeben, weil sie sich scheiden lassen will, und er hätte sie ins Badezimmer gesperrt. Außerdem ist die Rede von Depressionen und Psychopharmaka. Dabei ist allerdings Vorsicht geboten: Diese Angabe dient möglicherweise lediglich dazu, auf verminderte Schuldfähigkeit zu plädieren.

Vor Gericht spricht Faruk von einem Fehler. Seine Frau habe ihn provoziert und gesagt: „Ich verabscheue Dich.“ Sie sagt, dass sie sich scheiden lässt, aber kein Interesse an der Strafverfolgung hat.

Im April 2008 wird Faruk wegen versuchten Mordes an seiner Ehefrau zu acht Jahren Haft verurteilt. Die Süddeutsche Zeitung gibt an, der Name Imre sei von der Redaktion geändert.

Links

www.sueddeutsche.de
»Ehemann sticht fünffache Mutter nieder.«

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