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Ehrenmorde 2007

Yvan Schneider

geboren: 1988
zu Tode geprügelt: 21. August 2007
Wohnort: Rommelshausen/Stuttgart
Herkunft: Opfer: Frankreich, Täter: aus türkisch-kroatischer Familie
Kinder: keine
Täter: Deniz Eroglu, zur Tat knapp 19 J., in Deutschland geboren

Ehrenmorde an Männern sind selten. Doch der Mord an dem 19jährigen Yvan ist ein besonders bestialisches Beispiel.

Täter ist der Deutschtürke Deniz Eroglu. Seine damalige Freundin Sessen ist ein 16jähriges Mädchen aus Eritrea. Offenbar ist er rasend eifersüchtig und schwört, alle umzubringen, mit denen Sessen „etwas gehabt hat“. Denn das ginge „an seine Ehre“. Die Freundin behauptet, ein Abiturient namens Yvan hätte sie entjungfert (was nicht einmal stimmt, sie kennen sich nur flüchtig. Möglicherweise will Sessen nur angeben oder Öl ins Feuer gießen).

Deniz hat zu diesem Zeitpunkt die Schule abgebrochen, ist arbeitslos, fährt aber einen großen Sportwagen. Möglicherweise erhofft Sessen sich durch ihre Bindung an Deniz sozialen Aufstieg und Geld.

Unter einem Vorwand lockt Sessen Yvan in einen Hinterhalt. Dort prügelt Deniz ihn mit seinem Komplizen Roman zu Tode. Mit beiden Füßen springt der Haupttäter seinem Opfer auf den Kopf. Die Leiche zerstückeln sie mit einer Axt und einer Säge. Sie betonieren die Teile in Blumenkübel und versenken sie im Neckar. Den Rumpf entsorgen sie im Wald.

Doch aus der Wohnung, in der die Leiche zerstückelt wurde, dringt Verwesungsgeruch, der die Polizei auf die Spur der Täter bringt. Möglicherweise hilft Deniz' Vater (44 J.) bei der Beseitigung der Leiche (gegen ihn soll es später noch einen Prozess geben).

Im März 2008 verurteilt das Landgericht Stuttgart den Haupttäter Deniz zu zehn Jahren Haft in der Psychiatrie - die Höchststrafe nach dem Jugendstrafrecht. Komplize Roman (der zu Tat gerade 18 Jahre alt geworden war, aus einer Spätaussiedlerfamilie aus Kasachstan stammt und Zeitsoldat ist) erhält ebenfalls zehn Jahre. Sessen bekommt neun Jahre. Sie gilt als Mittäterin, da sie das Opfer ohne jeden erkennbaren Grund in die Falle lockte und beim Beseitigen der Leiche half. Ein vierter Angeklagter, der in Polen geborene Kajetan, der bei der Beseitigung der Leiche half, bekommt drei Jahre und drei Monate. Dem Prozess war Deniz demonstrativ gleichgültig gefolgt.

Im Dezember 2012 ist zu lesen, dass das Regierungspräsidium Stuttgart die Abschiebung des Täters verfügt hat. Folgendes wurde wohl verhandelt: Denis kann nach der Hälfte der Strafe abgeschoben werden und frei in der Türkei leben. Erst bittet er darum, dass das Wiedereinreiseverbot von 10 auf 7 Jahre verkürzt wird, scheitert aber damit. Eine andere Möglichkeit ist, dass er nach 2 Dritteln entlassen wird, in Deutschland bleibt, sich aber einer Sozialtherapie unterzieht und mit seiner Tat auseinandersetzt. Das lehnt er ab. Ein Arzt bescheinigt ihm, nicht mal im Ansatz integrationswillig zu sein. Dennoch will er 2012 wieder in Deutschland bleiben und nicht abgeschoben werden.

Links

www.welt.de
www.welt.de
www.stuttgarter-zeitung.de

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