Suche:

Ehrenmorde 2010

Amal Jaafar

geboren: 1987
erstochen: 24. Februar 2010
Wohnort: Bottrop
Herkunft: Kurden, evtl. Jesiden. Opfer: Libanon; Täterin: Irak
Kinder: eine Tochter (zur Tat 4 J.)
Täter: mutmaßlich ihre Freundin Stera S. (zur Tat 22 J.)

Der Mord an Amal ist der einzige Ehrenmord in diesem Archiv, bei dem der Mörder eine Frau ist. Allerdings gibt es andere Fälle, in denen weibliche Familienmitglieder am Mordplan beteiligt sind.

Amal und Stera sind Freundinnen. Amal ist eine Kurdin aus dem Libanon mit deutschem Pass. Stera ist ebenfalls Kurdin und kommt aus dem Irak. Amal ist in Steras Bruder Ceger (oder Houzan) verliebt. Man spricht von Heirat. Angeblich ist Stera außer sich, dass ihr Bruder eine geschiedene Frau mit Kind heiraten will. Andere Berichte sprechen von einer Abtreibung Amals, die Stera gegen den Willen ihrer Freundin öffentlich gemacht hat. Möglicherweise hat Stera Sorge, dass ihr Bruder eine "entehrte" Frau heiratet.

Vermutlich war Amal in jungen Jahren zwangsverheiratet worden. 2008 trennt sie sich, die Ehe ist geschieden, es gibt eine vierjährige Tochter. Der Vater des Kindes lebt inzwischen im Libanon. Zur Tat ist er aber in Bottrop, was ihn wohl kurz verdächtig erscheinen lässt.

Stera ersticht am 24. Februar 2010 ihre Freundin. Der Schnitt durch die Kehle und die unzähligen Stiche weisen auf einen Ehrenmord hin. Fraglich ist, wie eine zierliche Frau ein solches Blutbad anrichten kann. Nachbarn rufen die Polizei. Das Opfer verblutet. Die Beweislast gegen Stera ist erdrückend. Allerdings ermittelt die Polizei auch gegen mögliche Mittäter.

Nach der Tat findet die Polizei die Tochter des Opfers bei der Großmutter.

Im September 2010 stellt das Landgericht Essen das Verfahren vorläufig ein. Stera soll unter einer Psychose leiden und nicht verhandlungsfähig sein. In regelmäßigen Abständen soll ihr Zustand überprüft werden. Noch ein Hinweis: Es gibt im Internet Beiträge, denen zu entnehmen ist, dass es sich bei der Familie von Stera und Ceger/Houzan um Jesiden handelt, die nur untereinander heiraten dürfen.

Im Dezember 2010 wird der Fall wieder aufgenommen und neue Gutachten bestellt. Im Februar 2011 wird Stera zu 12 Jahren Haft wegen Totschlags verurteilt. Da sie vor Gericht schweigt, bleibt das Tatmotiv im Dunkeln. Damit kann auch nicht eindeutig geklärt werden, ob es sich um einen Ehrenmord handelt oder nicht. Die familiären Umstände könnten jedoch darauf hinweisen.

Links

www.derwesten.de
www.derwesten.de
www.bild.de

zurück

» Seite drucken     » Fenster schließen