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Ehrenmorde 2010

Laura Valanciute und Andrés Olivera

geboren: 1981 und 1976
erschossen: 29. November 2010
Wohnort: Köln
Herkunft: Opfer: Litauen und Chile; Täter: Türkei / Kurde
Kinder: der Täter hat 4 Töchter
Täter: ihr Ex-Geliebter Mustafa Tilki (zur Tat 41 J.)

Mustafa lebt in Köln mit Frau und vier Kindern, die er wohl misshandelt. Es liegen Anzeigen seiner Frau und seiner Töchter vor. Jahrelang hat der türkisch-kurdische Wachmann eine Geliebte namens Laura. Mit der gebürtigen Litauerin lebt er wie mit einer Zweitfrau. Er übernachtet bei ihr. Nachbarn halten die beiden für ein normales Paar. Als er auch sie schlägt, trennt sie sich Ende 2009.

Am 25. November 2010 geht Laura zur Polizei, weil sie von ihrem Ex-Freund verfolgt und bedroht wird. Sie zeigt ihn wegen gefährlicher Körperverletzung an und beantragt eine Verfügung nach dem Gewaltschutzgesetz. Mustafa darf sich ihr nicht mehr nähern.

Doch noch am selben Abend fängt er seine Ex-Freundin ab, als sie von ihrer Arbeit in einer Sportagentur kommt. Sie wird (vermutlich weil sie Angst hat) begleitet von ihrem Arbeitskollegen Andrés, einem 34jährigen Hockeytrainer mit chilenischer Familie. Dieser alarmiert die Polizei. Die Beamten führen eine Gefährderansprache durch, erteilen einen Platzverweis und erstellen eine weitere Anzeige.

Vier Tage später wartet Mustafa erneut vor der Firma. Mit sieben Schüssen erschießt er seine Ex-Freundin und ihren Arbeitskollegen. Einige Kopfschüsse werden wie bei einer Hinrichtung aus nächster Nähe abgegeben. Der Täter flüchtet, es heißt zunächst, nach Frankreich, um von dort nach Nordafrika zu gelangen. In die Türkei kann er nicht, weil er dort den Wehrdienst verweigert hat.

Mustafas Ehefrau und die vier Kinder werden aus der Wohnung der Familie geholt und in Sicherheit gebracht. Man könne nicht ausschließen, so die Polizei, dass der Täter zurückkommt und ein weiteres Blutbad anrichtet.

Im August 2011 beginnt der Prozess vor dem Landgericht Köln. Es kommt heraus, dass Mustafas Bruder ihm bei der Flucht nach Frankreich, später nach Spanien geholfen hat. Von dort wollte der Täter wohl "in seine kurdische Heimat" fliegen, wurde bei der Zwischenlandung aber wegen falscher Papiere von der rumänischen Grenzpolizei nach Spanien zurückgeschickt. Die französische Polizei nahm ihn dann in Narbonne fest. Im September wird er zu einer lebenslangen Haftstrafe verurteilt. Die besondere Schwere der Schuld wird nicht festgestellt.

Deswegen geht die Staatsanwaltschaft in Revision und erreicht die Feststellung der besonderen Schwere der Schuld im Februar 2013 nachträglich.

Mustafas einzige Möglichkeit, vorzeitig aus der Haft zu kommen, wäre eine Abschiebung in die Türkei. Dort wäre er vermutlich sofort frei. Da er aber keinen Wehrdienst geleistet hat, wurde er dort bereits 2005 ausgebürgert. Die Bundesrepublik stellte seinen Antrag auf Einbürgerung zurück, weil er wegen Betrugs und Hehlerei vorbestraft war. Ein deutscher Anwalt unterstützt Mustafa dabei, den türkischen Pass zurückzubekommen.

Links

www.ksta.de
www.rundschau-online.de

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