Suche:

Ehrenmorde 2012

Saskia Sänger und ihre beiden Kinder

geboren: 1986
erschossen: 20. August 2012
Wohnort: Neuss
Herkunft: Täter: Irak, Kurde; Opfer: Deutschland
Kinder: 1 Sohn, 1 Tochter (zur Tat 4 u. 8 J.)
Täter: ihr Mann Fallah Sänger (35 J.)

Fallah ist gewalttätig. Sein Beruf wird mit Bäcker angegeben, beziehungsweise er arbeitet in einem Imbiss am Bahnhof. Andere Quellen benutzen das Wort Gelegenheitsarbeiter. Fallah kam als Kriegsflüchtling nach Deutschland und hat einen deutschen und einen irakischen Pass.

2004 heiratet er die knapp 10 Jahre jüngere Saskia. Die geborene Berlinerin ist 18 Jahre alt und erwartet ein Kind von ihm. Später wird er mehrmals der Wohnung verwiesen, weil er seine Frau verprügelt. Vermutlich hatte Fallah bei der Hochzeit Saskias Nachnamen angenommen.

Am 20. August 2012 erschießt Fallah seine Frau und die beiden Kinder in der gemeinsamen Wohnung. Das Motiv wird mit Trennungsabsichten der Ehefrau angegeben.

Nach der Tat flüchtet der Täter mit der Waffe. Es wird europaweit nach ihm gefahndet. Dennoch gelingt ihm direkt nach der Tat die Flucht. Vom Düsseldorfer Flughafen fliegt er in die Türkei und fährt von dort mit dem Bus weiter in den Nord-Irak. Der Irak liefert seine Staatsangehörigen nicht nach Deutschland aus, was sich allerdings ändern kann.

Es gibt Hinweise auf die Unterstützung duch Fallahs Familie: Zunächst einmal hat ein Bäcker oder Gelegenheitsarbeiter mit zwei kleinen Kindern nicht selbstverständlich das Geld für eine Flucht in den Irak, was eine Unterstützung durch andere zumindest wahrscheinlich macht.

Zudem wird bekannt, dass er kurz vor oder kurz nach der Tat den Flug in einem Neusser Reisebüro gebucht hat und seinen Bruder dabei hatte. Der Besitzer sagt aus, Fallah hätte völlig normal gewirkt und sein Ticket bar bezahlt. Im Taxi zum Flughafen fährt auch die Frau des Bruders mit, also Fallahs Schwägerin. Fallah checkt unter seinem Geburtsnamen Fallah Omar ein. In seiner Heimatstadt Kirkuk fährt er zu seiner Mutter, die die Verwandten in Neuss informiert.

2013 wird das Verfahren vorläufig eingestellt. Die Waffe ist gefunden, die Spuren sind eindeutig, aber der Täter außer Reichweite für die deutsche Polizei. Doch Ende 2014 kommt noch einmal Bewegung in den Fall: Ein Foto zeigt Fallah mit seiner Mutter am Istanbuler Flughafen.

Links

www.welt.de
www.derwesten.de
www.ngz-online.de

zurück

» Seite drucken     » Fenster schließen